Zystitis

Was ist eine Zystitis?

Als Zystitis (ICD 10-Code: N30) wird eine Entzündung der Harnblase bezeichnet. Sie zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Man unterscheidet je nach Häufigkeit des Auftretens die akute Zystistis, die vereinzelt auftritt, und die chronisch rezidivierende Verlaufsform. Betroffen sind vor allem Frauen, im fortgeschrittenen Lebensalter auch Männer, oftmals im Zusammenhang mit einer gutartigen Prostatavergrößerung. Zur Therapie sind teilweise Hausmittel ausreichend, oftmals sind aber Antibiotika notwendig.

Wie kommt es zu einer akuten Zystitis?

Die häufigste Ursache einer akuten, unkomplizierten Blasenentzündung sind Darmbakterien, v.a. Escherichia coli, die in 70–95 % der Fälle für die Infektion verantwortlich sind. Sie steigen über die Harnröhre in die Blase auf und verursachen dort eine Entzündung der Schleimhäute. Des Weiteren gibt es die selteneren, abakteriellen Formen der chemisch oder physikalisch induzierten Harnblasenentzündung. Ein Beispiel für die letztere Form ist die so genannte Strahlenzystitis nach einer Strahlentherapie im Bereich des kleinen Beckens.

Begünstigende Faktoren

  • Weibliches Geschlecht (kurze weibliche Harnröhre, Nähe der äußeren Harnröhrenöffnung zur Vagina und zur Analregion)
  • Schwangerschaft
  • Prostatahyperplasie (Miktionsbeschwerden)
  • Häufiger Geschlechtsverkehr bei Frauen (Mechanische Irritation aufgrund unmittelbarer Nähe der Vagina zur Harnröhrenmündung)
  • Störungen des Harnabflusses
  • Stoffwechselerkrankungen (va. Diabetes mellitus)
  • Blasenverweilkatheter
  • Immunsuppression mit Abwehrschwäche

Symptome einer Blasenentzündung

Typische Symptome einer Blasenentzündung sind:

  • Dysurie/Algurie – Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
  • Pollakisurie – Häufiger Harndrang mit geringen Urinmengen
  • Blasentenesmen – Blasenkrämpfe
  • Hämaturie – Blutbeimengung zum Urin
  • Schmerzen im Unterleib
  • Trübung des Urins
  • Starker Harndrang mit Urinverlust (Dranginkontinenz)
  • Fieber bei schwerem Verlauf

Als Komplikationen können die Bakterien von der Harnblase aus über die Harnleiter in andere Organe aufsteigen. Erreichen sie z.B. die Nieren, können sie dort eine Nierenbeckenentzündung auslösen. Diese äußerst sich durch Fieber, Schüttelfrost und Beschwerden beim Wasserlassen. Außerdem kann es zu Rückenschmerzen im Bereich der Nieren kommen. Äußerst selten kann ein akutes Nierenversagen auftreten. Eine Blutvergiftung (Sepsis) kann ebenfalls die Folge einer Blasenentzündung sein.

Tipps zur Vorbeugung von Blasenentzündungen

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Gute Anal- (auch Vermeiden der „falschen Wischrichtung“) und Sexualhygiene, da die Erreger meist Darmbakterien sind
  • Auswahl der Verhütungsmittel (keine Spermizide oder Diaphragma verwenden, Kondome schützen besser)
  • Cranberry-Kapseln und/oder -saft (enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die die Besiedlung der Schleimhaut durch Erreger erschweren und so einem Infekt der Harnwege vorbeugen bzw. entgegenwirken)

Therapie

Die Behandlung der akuten Blasenentzündung erfolgt häufig mit Antibiotika, manchmal sind aber auch pflanzliche Präparate oder Hausmittel ausreichend. Des Weiteren werden empfohlen:

  • Reichliche Flüssigkeitszufuhr
  • Regelmäßige Blasenentleerung
  • Lokale Wärmezufuhr (warme Kleidung, Sitzbad)
  • Gute Genitalhygiene mit pH-neutralen Waschlotionen (keine Intimsprays)
  • Kein Geschlechtsverkehr während der Infektion

Fazit

Die akute Zystitis ist eine sehr häufige Infektionskrankheit, vor allem bei Frauen. Jede zweite Frau leidet schätzungsweise mindestens ein Mal in ihrem Leben daran. Sie ist gekennzeichnet durch häufigen Harndrang, starken Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen. Tritt die Blasenentzündung häufig auf (chronisch rezidivierende Form), so kann sie die Lebensqualität deutlich einschränken.

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