Prostata

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom (ICD 10-Code C 61) ist eine bösartige Tumorerkrankung und geht vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) aus. In Deutschland ist es die häufigste Krebserkrankung des Mannes mit mehr als 60.000 neuen Fällen jährlich und steht nach Lungen- und Darmkrebs an dritter Stelle der am häufigsten zum Tode führenden Krebsarten bei Männern.

Besonders wichtig ist die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, da die Erkrankung im Frühstadium meist symptomlos verläuft. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Beschwerden bei der Blasenentleerung, Knochenschmerzen und später zu Gewichtsverlust und Blutarmut kommen. Häufig wird die Diagnose erst gestellt, wenn bereits Symptome aufgetreten sind. Leider hat dann meist schon eine Metastasierung stattgefunden, vorrangig in die lokalen Lymphknoten oder in das Skelett (Knochenmetastasen).

Ursachen

Die Ursache der Erkrankung ist bisher weitgehend unbekannt. Folgende Faktoren erhöhen allerdings das Erkrankungsrisiko:

  • Alter (Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an)
  • Genetische Disposition (familiäre Häufung)
  • Testosteronspiegel (Tumorzellen auf Stimulation durch Androgene angewiesen)
  • Ethnische Zugehörigkeit (vermutlich durch deren typische Lebensgewohnheiten, wobei Nachkommen von Emigranten nicht das Erkrankungsrisiko ihrer Vorfahren, sondern das des neuen Heimatlandes tragen)
  • Intensität der Sonneneinstrahlung (deutliches Nord-Süd-Gefälle, verantwortlich dafür ist vermutlich Vitamin D3)
  • Ernährung (evtl. fett- und kalorienreiche Kost, hoher Fleischkonsum, v.a. rotes Fleisch)
  • Übergewicht
  • Tabakkonsum

Symptome eines Prostatakarzinoms

In frühen Stadien ist Prostatakrebs nahezu immer symptomlos. Hauptbeschwerden beim fortgeschrittenen Karzinom können sein:

  • Blockade des Harnabflusses – vermehrter oder überwiegend nächtlich auftretender Harndrang (Nykturie), häufiges Lassen geringer Urinmengen (Pollakisurie), erschwertes (Dysurie) oder schmerzhaftes (Algurie) Wasserlassen
  • Erektionsstörungen (durch Druckschädigung von Nerven des Kreuzbeinbereichs)
  • Schmerzen der Wirbelsäule und des Beckens (durch Knochenmetastasen)
  • Spontanen Knochenbrüche ohne Trauma (durch starke Durchsetzung mit Metastasen)
  • Lymphödeme der Beine oder des Hodensacks (durch Lymphknotenmetastasen)
  • Anämie und ungewollter Gewichtsverlust (meist im stark fortgeschrittenen Stadium)

Früherkennung (Screening)

Besonders wichtig ist die regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, da die Erkrankung im Frühstadium meist symptomlos verläuft. Ist der Tumor noch örtlich begrenzt, sind die Behandlungs- und Heilungschancen am größten. Die von der Deutschen Gesellschaft für Urologie herausgegebene Leitlinie zur Früherkennung (Screening) sieht eine Vorsorgeuntersuchung bei Männern ab 40 Jahren vor, die neben der rektalen Tastuntersuchung der Prostata auch die Bestimmung des PSA-Wertes durch einen PSA-Test beinhaltet. Beim Vorliegen von mindestens einem der drei folgenden Kriterien sollten zur definitiven Diagnose mittels Biopsie mehrere Gewebeproben entnommen werden:

  • ab einem PSA-Wert von 4 ng/ml
  • auffälliger Befund bei digital-rektaler Tastuntersuchung (DRU)
  • auffälliger PSA-Anstieg

Prävention

Nach der deutschen Prostatakrebs-Leitlinie sollen Männer über eine gesunde Lebensweise beraten werden. Dies schließt die Ernährung, körperliche Bewegung und die psychosoziale (seelischen und gesellschaftlichen) Situation mit ein. Zur Vorbeugung gegen Krebs empfehlen die Autoren:

  • Streben Sie ein gesundes Gewicht an.
  • Seien Sie körperlich aktiv (mind. 30 min, 5 x pro Woche).
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit Schwerpunkt auf pflanzlichen Produkten.
  • Reduzieren Sie Ihren Alkohol- und Tabakkonsum.

Außerdem weisen zahlreiche Untersuchungen darauf hin, dass Polyphenole aus Granatapfelsaft sowohl vorbeugend als auch therapiebegleitend wirksam sind. So konnte gezeigt werden, dass sich z.B. die PSA-Verdopplungszeit durch Granatapfelextrakt deutlich verlängern ließ.

Linderung 

Eine Behandlung mit Aussicht auf Heilung ist nur möglich, wenn das entartete Gewebe die Organgrenzen noch nicht überschritten hat und keine Metastasen vorliegen. Da es in der Regel erst bei fortgeschrittener Erkrankung zu Beschwerden kommt, wird in Deutschland eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung für Männer über 50 Jahren (ab dem 45. Lebensjahr für Männer mit positiver Familienanamnese) angeboten, um die Krebsdiagnose möglichst früh in einem noch heilbaren Stadium zu stellen. Je nach Stadium kommen dann kontrolliertes Zuwarten (hohes Lebensalter, geringe Bösartigkeit), Operation, Bestrahlung oder eine Hormon- oder Chemotherapie zum Einsatz.

Fazit

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Da Symptome erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten, kommt der Früherkennung eine besondere Bedeutung zu; Denn ist der Tumor noch örtlich begrenzt, sind die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten besonders gut.

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