Mukositis / Stomatitis

Orale Mukositis als Folge von Chemo- und Strahlentherapien

Als orale Mukositis (ICD10-Code: K12.3) bezeichnet man Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, die zu großen Problemen beim Essen, Schlucken und Reden führen können. Krebspatienten sind besonders häufig davon betroffen, da die Schleimhäute sensibel gegenüber der Chemo- und Strahlentherapie sind. Bereits wenige Tage nach Behandlungsbeginn können erste Symptome auftreten.

Wie genau kommt es zu einer oralen Mukositis?

Sinn einer Krebstherapie ist es, das Wachstum bösartiger Tumorzellen zu hemmen bzw. sie zu zerstören, indem die Zellteilung behindert wird. Durch diesen Vorgang werden aber auch gesunde Zellen im Körper in ihrer Zellteilung beeinträchtigt. Dies wird für den Patienten insbesondere bei der Mundschleimhaut schnell sicht- und spürbar, da die Zellen der Schleimhäute sehr wachstumsaktiv sind und sich ständig erneuern. Zusätzlich verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass im Falle einer Bestrahlung oder Chemotherapie die Regeneration der Schleimhäute gestört wird, sodass geschädigte Zellen nicht mehr erneuert werden.

Neben der fehlenden Regeneration kommt noch hinzu, dass die so vorgeschädigte Mundschleimhaut ihre Funktion als natürliche Schutzbarriere verliert. So können Mikroorganismen leichter ins Gewebe eindringen und sich vermehren, was zu sehr schmerzhaften Entzündungen führen kann.

 

Häufigkeit

Die orale Mukositis zählt zu den häufigsten Begleiterscheinungen von Krebstherapien – vor allem bei einer Bestrahlung des Kopf-Hals-Bereichs – aber auch bei Hochdosistherapien oder Knochenmarkstransplantationen. In Zahlen bedeutet das:

85-100% bei Bestrahlungen im Kopf-/Halsbereich
70-80% bei Knochenmarktransplantationen
75% bei Hochdosis-Chemotherapien
40% bei Standard-Chemotherapien

Symptome

Zu den Symptomen der oralen Mukositis gehören schmerzhafte Veränderungen an den Schleimhäuten wie Rötungen, Schwellungen oder Wundsein.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet verschiedene Schweregrade der oralen Mukositis – von einer normal intakten Mundschleimhaut bis zur schwersten Verlaufsform mit qualvollen Schmerzen:

Ausmaß Symptome
Grad I Rötungen, Wundsein, Brennen, gelegentlich geringe Schmerzen
Schwierigkeiten bei fester Kost
Grad II Rötungen, kleine Entzündungen; zeitweilige und erträgliche Schmerzen;
Schwierigkeiten bei weicher Kost
Grad III Größere Entzündungen, starke dauerhafte Schmerzen, selbst Trinken und Sprechen bereitet zunehmend Probleme
Grad IV Schwerste Verlaufsform mit tiefen Geschwüren; qualvolle Schmerzen
….. künstliche Ernährung notwendig

Zusätzlich kann es zu Infektionen mit Bakterien oder Hefen wie Candida albicans kommen. Die orale Mukositis kann je nach Schweregrad zur Therapieunterbrechung oder zum Abbruch führen und so das gewünschte Therapieziel verhindern.

Tipps zur Prävention und Linderung von Mukositis

Vor der Krebsbehandlung sollten zunächst bestehende Zahn- und Zahnfleischprobleme vom Zahnarzt behoben werden. Weitere präventive Maßnahmen sind:

  • Intensive tägliche Mundhygiene mit regelmäßigen Mundspülungen (6mal täglich, jeweils nach und zwischen den Mahlzeiten, mindestens alle 4 Stunden)
  • 3mal täglich Zähneputzen mit weichen Zahnbürsten und milder Zahnpasta
  • Vermeidung von alkohol- oder mentholhaltigem Mundwasser (trocknet die Schleimhäute aus)
  • Vermeidung von Zahnseide, Mundduschen und Interdentalbürsten
  • Ölziehen am Morgen zur besonderen Reinigung und Pflege
  • Möglichste häufige Entfernung von Zahnprothesen
  • Lippenpflege mit fetthaltiger Pflegecreme
  • Ausreichende Flüssigkeitszunahme, um die Mundschleimhaut feucht zu halten
  • Vermeidung des Verzehrs stark säurehaltiger oder scharf gewürzter Lebensmittel
  • Kühle Getränke oder Eiswürfel zur Schmerzlinderung
  • Größtmögliche Konsumreduktion von Alkohol und Zigaretten

Fazit

Eine orale Mukositis kann die Lebensqualität eines Patienten schwer beeinträchtigen. Das gilt besonders dann, wenn Essen, Trinken und Sprechen nur noch unter Schmerzen – oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr – möglich sind. Dies fördert die Entstehung einer Mangelernährung und beeinträchtigt die Effektivität einer lebensnotwendigen Therapie stark negativ.

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